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Windows Server 2016: am 12. Januar 2027 ist Schluss

Der erweiterte Support endet am 12. Januar 2027. Was danach fehlt, welche Upgrade-Wege bleiben und warum die Fachsoftware der schwierige Teil ist.

6 Min. Lesezeit Christopher Sakel

Inhalt
  1. Das Datum steht fest, und ein Teil ist längst abgelaufen
  2. Am 13. Januar passiert nichts — das ist das Problem
  3. Auf eine Verlängerung solltest du nicht bauen
  4. Die Wege, die bleiben
  5. Der schwierige Teil ist nicht der Server
  6. Was jetzt zu tun ist

In vielen kleinen Betrieben steht genau eine Maschine, die niemand anfasst. Sie hält die Freigaben, auf denen die Angebote liegen. Sie ist Domänencontroller, damit sich die Rechner anmelden können. Auf ihr läuft die Datenbank der Warenwirtschaft, und der Drucker hängt auch daran.

Sie wurde 2017 aufgesetzt und läuft seitdem. Das ist der Grund, warum niemand nachsieht, welches Betriebssystem darauf ist.

In fünf Monaten hört diese Maschine auf, reparierbar zu sein.

Das Datum steht fest, und ein Teil ist längst abgelaufen

Der erweiterte Support für Windows Server 2016 endet am 12. Januar 2027. Das gilt für alle Ausgaben: Standard, Datacenter, Essentials und MultiPoint Premium. Container, die mit Windows Server 2016 veröffentlicht wurden, folgen denselben Daten.

Der Mainstream-Support ist schon seit dem 11. Januar 2022 vorbei. Seither gab es nur noch Sicherheitsupdates — keine neuen Funktionen, keine Anpassungen an neue Hardware, keine Änderungen auf Kundenwunsch. Wer in den letzten Jahren gemerkt hat, dass irgendetwas auf dem Server nicht mehr recht mitkommt, hat dafür genau hier die Erklärung.

Eine Frist ist außerdem schon durch: Die Unterstützung für Microsoft 365 Apps auf Windows Server 2016 endete am 14. Oktober 2025. Sicherheitsupdates für diese Office-Anwendungen liefert Microsoft dort noch bis zum 10. Oktober 2028, neue Funktionen gibt es bis Version 2602 und danach nicht mehr. Das betrifft jeden, der Office auf einem Terminalserver betreibt, statt es auf den Arbeitsplätzen zu installieren.

Am 13. Januar passiert nichts — das ist das Problem

Der Server startet weiter. Die Freigaben sind da, die Anmeldung geht, die Warenwirtschaft öffnet sich. Von außen sieht der Tag danach aus wie der Tag davor.

Was aufhört, sind die Sicherheitsupdates. Jede Lücke, die nach dem Termin gefunden wird, bleibt offen — dauerhaft. Das BSI hat diese Lage zum Support-Ende von Windows 10 in einem Satz zusammengefasst: Der Weiterbetrieb birgt gravierende Sicherheitsrisiken, und die Empfehlung lautet, rechtzeitig zu aktualisieren oder umzusteigen. Für einen Server gilt das schärfer als für einen Arbeitsplatzrechner, weil an ihm alles hängt.

Auf eine Verlängerung solltest du nicht bauen

Für einige ältere Produkte verkauft Microsoft erweiterte Sicherheitsupdates (ESU) — eine Notlösung mit einer Laufzeit von bis zu drei Jahren nach dem Support-Ende, zu beziehen über bestimmte Volumenlizenzprogramme oder über Azure Arc; auf virtuellen Maschinen in Azure sind sie ohne Aufpreis dabei.

In der Übersicht, welche Produkte darin enthalten sind, steht Windows Server 2016 nicht. Aufgeführt sind dort unter anderem Windows Server 2012 und 2012 R2, deren ESU-Zeitraum am 13. Oktober 2026 ausläuft, und Windows 10 mit einem letzten ESU-Jahr bis zum 10. Oktober 2028.

Die Wege, die bleiben

In-Place-Upgrade. Die neue Version wird über die alte installiert, Rollen und Daten bleiben. Von Windows Server 2016 aus geht das mit Installationsmedien direkt auf 2019, 2022 oder 2025. Über Windows Update funktioniert der Sprung nicht — dieser Weg besteht nur ab Windows Server 2019. Ein Failovercluster kann pro Durchgang nur eine Version weiter.

Neuinstallation auf neuer Hardware. Der saubere Weg. Rollen und Daten ziehen um, die alte Maschine bleibt bis zum Schluss als Rückfallebene stehen und wird danach vom Netz genommen.

Gar kein eigener Server mehr. Wenn die Maschine im Kern Dateiablage, Anmeldung und Drucker macht, ist das für viele Betriebe kein Serverfall mehr. Wann sich eigene Hardware noch rechnet und wann nicht, steht in Wann sich ein eigener Server lohnt.

Welche Zielversion trägt wie lange

Version Mainstream endet Erweiterter Support endet
Windows Server 2019 9. Januar 2024 9. Januar 2029
Windows Server 2022 13. Oktober 2026 14. Oktober 2031
Windows Server 2025 13. November 2029 14. November 2034

Windows Server 2019 kauft nur zwei Jahre. Bei Windows Server 2022 endet der Mainstream-Support im Oktober 2026 — also bevor ein jetzt begonnener Umstieg fertig wäre. Wenn die Fachsoftware es zulässt, ist Windows Server 2025 die einzige Zielversion, die den Aufwand rechtfertigt.

Zwei Dinge sind dabei zu prüfen. Windows Server 2025 verlangt vom Prozessor zusätzlich die Befehlssätze SSE4.2 und POPCNT; Hardware, die das nicht kann, ist alt genug, dass ohnehin eine neue Maschine ansteht. Und jedes Upgrade braucht eine eigene Lizenz — anders als beim Arbeitsplatz-Windows ist der Versionssprung beim Server nicht inbegriffen.

Der schwierige Teil ist nicht der Server

Das Betriebssystem zu tauschen, ist Handwerk. Was den Zeitplan reißt, sind die Dinge, die daran hängen:

  • Die Fachsoftware, deren Hersteller die neue Version noch nicht freigegeben hat
  • Die Warenwirtschaft mit einer Datenbank, die selbst ein Support-Ende hat
  • Der Multifunktionsdrucker, für den es keine aktuellen Treiber mehr gibt
  • Die Sicherungssoftware, deren Agent zur alten Version passt
  • Ein Domänencontroller, für den beim Upgrade eigene Regeln gelten
  • Zugangsdaten für Dienste, die vor acht Jahren einmal eingetragen wurden

Der häufigste Fall ist, dass ein einziger Hersteller den ganzen Plan bestimmt. Deshalb steht die Frage an ihn ganz vorne und nicht am Ende.

Die Reihenfolge, die funktioniert

  1. Aufschreiben, was der Server tatsächlich tut. Nicht schätzen — nachsehen, wer sich verbindet und welche Dienste laufen.
  2. Jeden Softwarehersteller schriftlich fragen, welche Windows-Server-Version er unterstützt. Die Antwort entscheidet über die Zielversion.
  3. Lizenzen für die Zielversion klären, bevor irgendetwas angefasst wird.
  4. Eine Sicherung anlegen und sie zurückspielen. Eine ungeprüfte Sicherung ist keine — warum, steht in Backup ist noch keine Datensicherung.
  5. Den Umstieg an einer Kopie in einer virtuellen Maschine proben.
  6. Umstellen, mit einem Rückweg für den Fall, dass etwas nicht startet.

Was jetzt zu tun ist

Bis zum 12. Januar 2027 sind es rund fünf Monate. Das reicht, wenn die Liste aus Punkt 1 in den nächsten Wochen entsteht. Es reicht nicht, wenn die Frage im Dezember zum ersten Mal gestellt wird — dann konkurrierst du mit allen anderen um Liefertermine und um die Freigaben der Hersteller.

Ein Punkt gehört noch dazu: Cyberversicherungen fragen nach dem Patchstand. Ein System ohne Hersteller-Support kann im Schadensfall die Leistung kosten. Was dabei zählt, steht in Wenn der Cyberschaden da ist. Ob dein konkreter Vertrag das so vorsieht, sagt dir dein Versicherer — und die verbindliche rechtliche Einordnung gehört zu einem Anwalt oder Steuerberater, nicht in einen Blogbeitrag.

Wenn du nicht weißt, was auf deinem Server läuft, ist das der normale Zustand und kein Versäumnis. Wir sehen nach, schreiben auf, was daran hängt, und machen daraus einen Plan mit Terminen — IT-Infrastruktur und Security.

Christopher Sakel

Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung (IHK). Betreibt Sakel-IT in Uslar und schreibt hier über das, was in der Arbeit immer wieder vorkommt.

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