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Sichtbarkeit

Conversion-Tracking mit Consent Mode v2

Seit März 2024 verlangt Google Consent Mode v2. Was die vier Signale bedeuten, was Modellierung leistet und wo die Grenze zu § 25 TDDDG liegt.

3 Min. Lesezeit Christopher Sakel

Inhalt
  1. Die vier Signale
  2. Basis oder erweitert — das ist die eigentliche Entscheidung
  3. Was Modellierung leistet — und was nicht
  4. Der ehrlichere Weg für kleine Betriebe

Wer in der EU Google Ads schaltet und Zielgruppen oder Conversion-Daten nutzen will, muss seit März 2024 Consent Mode v2 einsetzen. Ohne ihn brechen Remarketing-Listen weg und die Messung wird unvollständig.

Gleichzeitig gilt § 25 TDDDG: Ohne Einwilligung darf nichts auf dem Endgerät gespeichert oder ausgelesen werden. Beides zusammen ergibt eine Konstruktion, die viele falsch bauen.

Die vier Signale

Consent Mode überträgt vier Zustände an Google, jeweils granted oder denied:

  • ad_storage — Cookies für Werbezwecke
  • analytics_storage — Cookies für die Messung
  • ad_user_data — Übermittlung personenbezogener Daten für Werbung
  • ad_personalization — personalisierte Werbung

Die letzten beiden kamen mit v2 dazu. Wer nur die ersten beiden setzt, ist auf dem Stand von 2020.

Basis oder erweitert — das ist die eigentliche Entscheidung

Basis. Vor der Einwilligung wird gar nichts geladen. Kein Skript, keine Anfrage an Google. Sagt der Besucher nein, bleibt es dabei.

Erweitert. Die Skripte laden sofort, senden aber cookielose Signale ohne Kennungen, bis die Einwilligung vorliegt.

Erweitert liefert bessere Daten, weil Google aus den cookielosen Signalen modelliert. Es bedeutet aber, dass beim Seitenaufruf eine Verbindung zu Google aufgebaut und die IP-Adresse übertragen wird, bevor jemand zugestimmt hat.

Ob das mit § 25 TDDDG vereinbar ist, wird unterschiedlich beurteilt. Die sichere Variante ist Basis. Wir bauen Basis, außer der Kunde entscheidet nach Rücksprache mit seinem Anwalt anders.

Was Modellierung leistet — und was nicht

Wenn ein Teil der Besucher zustimmt und ein Teil nicht, hochrechnet Google aus den zustimmenden auf die Gesamtheit. Das funktioniert brauchbar, braucht aber eine Mindestmenge an Daten. Bei einem lokalen Betrieb mit dreißig Anfragen im Monat kommt die Modellierung selten zum Tragen.

Für kleine Konten heißt das: Die Zahlen in der Oberfläche sind niedriger als die Wirklichkeit. Das ist kein Fehler, sondern eine Folge der Einwilligung. Wichtig ist nur, dass man die Größenordnung kennt und nicht auf Basis unvollständiger Zahlen das Budget kürzt.

Der ehrlichere Weg für kleine Betriebe

Serverseitige Messung dessen, was ohnehin passiert: Wie viele Formulare wurden abgeschickt, wie viele Anrufe kamen über die Nummer auf der Seite. Diese Zahlen kennt man auch ohne Cookies, weil sie im eigenen System entstehen.

Sie lassen sich nicht auf die einzelne Anzeige zurückführen — dafür braucht es die Zuordnung. Aber sie beantworten die Frage, die zählt: Bringt die Werbung mehr Anfragen als vorher?

Wir richten beides ein: Consent Mode v2 vollständig mit allen vier Signalen, und daneben eine Zählung, die unabhängig davon funktioniert. Die Kombination gibt dir ein Bild, das nicht davon abhängt, wie viele Besucher auf „Ja" klicken.

Christopher Sakel

Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung (IHK). Betreibt Sakel-IT in Uslar und schreibt hier über das, was in der Arbeit immer wieder vorkommt.

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