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Sichtbarkeit

Relaunch ohne Rankingverlust

Die häufigste Ursache für den Einbruch nach einem Relaunch sind fehlende Weiterleitungen. Was vorher zu sichern ist und was danach zu prüfen.

2 Min. Lesezeit Christopher Sakel

Inhalt
  1. Warum es passiert
  2. Was vorher zu tun ist
  3. Was am Umschalttag zu tun ist
  4. Was danach zu prüfen ist
  5. Der realistische Verlauf

Der Anruf kommt meistens drei Wochen nach dem Livegang: „Seit der neuen Seite kommt nichts mehr." Und fast immer ist die Ursache dieselbe.

Nicht das Design, nicht die Technik. Die alten Adressen.

Warum es passiert

Google kennt deine alte Seite unter bestimmten Adressen. Wer nach „Heizung Notdienst Northeim" sucht, bekommt vielleicht deine-seite.de/leistungen/heizung-notdienst angeboten.

Heißt diese Seite nach dem Relaunch /service/heizung, läuft die alte Adresse ins Leere. Google findet eine 404, entfernt die Seite aus dem Index und mit ihr die Platzierung, die über Jahre entstanden ist.

Bei zehn Seiten fällt das auf. Bei achtzig merkt es niemand, bis die Anfragen ausbleiben.

Was vorher zu tun ist

Die alten Adressen sichern. Aus der Search Console alle indexierten Adressen exportieren, aus dem Server-Protokoll die tatsächlich aufgerufenen. Beides zusammen ist die Liste, um die es geht.

Zuordnen. Jede alte Adresse bekommt eine neue. Wo es keine Entsprechung gibt, nimmt man die nächstliegende Übersichtsseite — nicht die Startseite. Eine Weiterleitung von einer Detailseite auf die Startseite wertet Google als Soft-404.

Die Rankings notieren. Vorher aufschreiben, wofür die Seite auf welchen Plätzen steht. Ohne diesen Stand lässt sich hinterher nicht sagen, ob etwas verloren ging.

Was am Umschalttag zu tun ist

301, nicht 302. Eine 301 sagt „dauerhaft umgezogen" und gibt die Platzierung weiter. Eine 302 sagt „vorübergehend" und tut das nicht.

Direkt, nicht in Ketten. Alt → neu. Nicht alt → mittel → neu. Jede Stufe kostet, und ab fünf Stufen folgt Google nicht mehr.

Sitemap neu einreichen. Damit findet Google die neuen Adressen, statt auf den nächsten Durchlauf zu warten.

Was danach zu prüfen ist

In der Woche nach dem Livegang, täglich:

  • Abdeckungsbericht in der Search Console: Tauchen plötzlich viele 404 auf, fehlt eine Weiterleitung.
  • Serverprotokoll nach Status 404 filtern. Dort steht, welche Adresse jemand tatsächlich gesucht hat.
  • Ist die neue Seite indexierbar? Ein vergessenes noindex aus der Testphase ist der zweithäufigste Grund für den Einbruch. Es kostet Wochen, bis es auffällt, und Minuten, es zu prüfen.

Der realistische Verlauf

Auch bei sauberer Arbeit schwanken die Platzierungen zwei bis vier Wochen. Google muss die neue Struktur erst verstehen. Das ist normal und kein Grund, hektisch zu ändern.

Was nicht normal ist: ein Einbruch, der nach sechs Wochen noch da ist. Dann fehlt etwas, und dann hilft die Liste von oben.

Christopher Sakel

Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung (IHK). Betreibt Sakel-IT in Uslar und schreibt hier über das, was in der Arbeit immer wieder vorkommt.

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