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Texte für die eigene Webseite

Warum die Startseite nicht mit „Herzlich willkommen“ anfängt, welche drei Fragen jede Seite beantworten muss und wie Rohtexte in einer Stunde entstehen.

3 Min. Lesezeit Christopher Sakel

Inhalt
  1. Drei Fragen, die jede Seite beantworten muss
  2. Was nicht funktioniert
  3. Was funktioniert
  4. Die Stunde, die reicht
  5. Wenn du gar nicht willst

Der häufigste Grund, warum ein Webprojekt liegen bleibt, ist nicht die Technik. Es sind die Texte.

Sie sind der Teil, den nur du liefern kannst — niemand kennt dein Geschäft besser —, und gleichzeitig der Teil, vor dem sich fast jeder drückt.

Drei Fragen, die jede Seite beantworten muss

Ein Besucher, der auf einer Seite landet, entscheidet in wenigen Sekunden. Er sucht drei Antworten:

  1. Bin ich hier richtig? Was macht ihr, für wen?
  2. Kann ich euch das zutrauen? Woher weiß ich, dass ihr das könnt?
  3. Was mache ich jetzt? Anrufen, schreiben, Termin buchen?

Steht das nicht innerhalb der ersten Bildschirmhöhe, ist er weg. Alles andere auf der Seite ist für die, die geblieben sind.

Was nicht funktioniert

„Herzlich willkommen auf unserer Homepage." Sagt nichts. Der Besucher weiß, dass er auf einer Homepage ist.

„Wir bieten Ihnen ein umfassendes Leistungsspektrum." Kann jeder schreiben, also sagt es nichts.

Die Firmengeschichte zuerst. Wann du gegründet hast, interessiert erst, wenn Frage 1 beantwortet ist. Dann interessiert es sehr — aber nicht vorher.

Über uns statt über den Kunden. „Wir sind stolz auf unsere Qualität" ist eine Aussage über dich. „Ihre Anlage läuft weiter, auch wenn wir nicht da sind" ist eine Aussage über ihn.

Was funktioniert

Konkrete Sätze über konkrete Dinge. „Wir bauen Webseiten und Shops für Betriebe ohne eigene IT" ist deshalb besser als „Ihr Partner für digitale Lösungen": Der eine Satz schließt Leute aus, der andere nicht. Ausschließen ist gut — wer nicht gemeint ist, soll auch nicht anfragen.

Zahlen wirken, wenn sie stimmen. Sieben Jahre, fünfzig Projekte, dreißig Tage. Prüfbare Angaben sind stärker als Adjektive.

Die Stunde, die reicht

Setz dich mit einem leeren Blatt hin und beantworte für jede geplante Seite:

  • Wer landet hier, und was hat er vorher gesucht?
  • Was ist die eine Sache, die er wissen muss?
  • Was soll er danach tun?

Dann schreib das in ganzen Sätzen auf, so wie du es einem Kunden am Telefon erklären würdest. Nicht schön, nicht formuliert, nur richtig.

Das ist der Rohtext. Ihn zu überarbeiten dauert einen Bruchteil der Zeit, die es kostet, vor einem leeren Blatt zu sitzen.

Wenn du gar nicht willst

Dann übernehmen wir es. Der Ablauf ist derselbe, nur dass wir die Fragen stellen und mitschreiben: ein Gespräch von einer Stunde, danach ein Entwurf, den du korrigierst. Was nicht funktioniert, ist ein Projekt ohne Texte — Blindtext geht nicht online, und eine Seite, die auf Texte wartet, wartet erfahrungsgemäß Monate.

Christopher Sakel

Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung (IHK). Betreibt Sakel-IT in Uslar und schreibt hier über das, was in der Arbeit immer wieder vorkommt.

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