„Gibt's dafür nicht Förderung?" ist eine der ersten Fragen, wenn eine größere Anschaffung im Raum steht. Für Niedersachsen lautet die ehrliche Antwort seit einer Weile: für das, was die meisten Betriebe vorhaben, nicht mehr.
Das schreibt sich schlechter als das Gegenteil. Aber es erspart Wochen, die sonst in einen Antrag laufen, den es nicht mehr gibt.
Der Stand
Der Digitalbonus.Niedersachsen und sein Nachfolger Digitalbonus.Niedersachsen-innovativ stehen bei der NBank unter den ausgelaufenen Förderungen. Neue Anträge werden nicht angenommen. Ein Nachfolgeprogramm ist nicht angekündigt.
Wer noch eine Bewilligung aus der laufenden Zeit hat, ist davon nicht betroffen: Verwendungsnachweis und Auszahlung laufen wie gehabt über das Kundenportal weiter.
Was tatsächlich bleibt
Ein Förderkredit statt eines Zuschusses. Die KfW hat ein Kreditprogramm für Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben, zinsgünstig, beantragt über die eigene Hausbank. Der Unterschied ist wesentlich: Das Geld muss zurückgezahlt werden. Für eine neue Webseite ist das der falsche Apparat. Wenn im selben Zug Maschinen, Software und Umbau zusammenkommen, kann es sich rechnen.
Kostenlose Beratung statt Geld. Die Mittelstand-Digital Zentren gibt es bundesweit an rund dreißig Standorten. Sie zahlen nichts, aber Beratung, Workshops und Demonstrationen sind umsonst und herstellerneutral. Für Betriebe, die noch nicht wissen, was sie eigentlich digitalisieren wollen, ist das mehr wert als ein Zuschuss.
Die Kammern. Handwerkskammer und IHK haben eigene Digitalisierungsberater — deren Beratung ist mit dem Mitgliedsbeitrag bereits bezahlt, den du ohnehin zahlst.
Programme für Qualifizierung. Wo europäische Mittel im Spiel sind, geht es fast immer um Weiterbildung von Beschäftigten, nicht um Hardware. Das ist ein anderer Zuschnitt als „ein Zuschuss für neue Rechner", kann aber passen, wenn ohnehin geschult werden soll.
Zwei Regeln, die überall gelten
Erst der Antrag, dann der Auftrag. Wer bestellt, bevor der Bescheid da ist, verliert den Anspruch — bei praktisch jedem Programm. Das ist der häufigste Grund, aus dem eine Förderung am Ende doch nicht kommt.
Der Zuschuss darf nicht das Projekt bestimmen. Ich habe Betriebe gesehen, die eine Software angeschafft haben, weil sie in die Förderlogik passte, und nicht, weil sie jemand benutzen wollte. Sie steht heute noch da, ungenutzt, mit einem Zuschuss, der zwanzig Prozent von etwas übernommen hat, das zu hundert Prozent überflüssig war.
Der Punkt, über den seltener geredet wird
Die meisten sinnvollen Schritte in einem kleinen Betrieb liegen unterhalb der Schwelle, ab der sich ein Antrag überhaupt lohnt.
Ein Antragsverfahren kostet Vorbereitung, Wartezeit, Nachweise und oft einen Berater. Bei einem Vorhaben von wenigen tausend Euro geht der Zuschuss für den Aufwand drauf, ihn zu bekommen — und in der Wartezeit hätte die Sache längst laufen können.
Umgekehrt gilt: Wenn ein Vorhaben nur mit Förderung trägt, ist es meistens zu groß. Ein Zuschuss macht aus einer schlechten Rechnung keine gute, er verschiebt sie nur.
Was ich stattdessen empfehle
In Abschnitten arbeiten. Das, was jeden Tag Zeit kostet, zuerst — meist sind das Ablage, Angebote und die Rechnungsstellung, nicht die Webseite. Und alles so bauen, dass der nächste Schritt darauf aufsetzen kann.
Was daraus wird, lässt sich vorher rechnen: Ein halber Tag, den vier Leute pro Woche verlieren, kostet im Jahr mehr als die meisten Anschaffungen, über die wir dabei reden. Wie so eine Rechnung bei einer Webseite aussieht, steht in Was eine Webseite wirklich kostet; was danach laufend anfällt, in Was in einen Wartungsvertrag gehört. Diese Rechnung braucht keinen Förderbescheid — sie braucht nur, dass jemand sie einmal aufstellt.