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Was eine Webseite wirklich kostet

Warum Angebote zwischen 500 und 15.000 Euro liegen, welche fünf Faktoren den Preis treiben und woran du erkennst, dass ein günstiges Angebot später teuer wird.

5 Min. Lesezeit Christopher Sakel Aktualisiert am 23. August 2026

Inhalt
  1. Fünf Dinge treiben den Preis
  2. Die drei Abrechnungsmodelle
  3. Woran du ein Angebot erkennst, das später teuer wird
  4. Die Posten, die im Angebot fehlen
  5. Die Rechnung, die selten jemand aufmacht
  6. Wofür du nicht zahlen solltest
  7. Wie wir es halten

Die häufigste Frage im Erstgespräch, und die einzige, auf die es keine kurze Antwort gibt. Nicht weil wir uns drücken, sondern weil „eine Webseite" so präzise ist wie „ein Fahrzeug".

Fünf Dinge treiben den Preis

Der Umfang. Fünf Seiten oder fünfzig. Jede Seite braucht Struktur, Text, Bilder und eine Prüfung auf dem Handy.

Der Grad an Eigenbau. Ein fertiges Template anzupassen ist ein Bruchteil der Arbeit gegenüber einem Entwurf, den es so noch nicht gibt.

Die Funktionen. Ein Kontaktformular ist eine Stunde. Ein Buchungssystem mit Terminabfrage, Angebotserstellung und Kundenkonto sind Wochen.

Die Inhalte. Wer Texte und Bilder liefert, spart. Wer sie schreiben und fotografieren lässt, zahlt dafür — zu Recht, denn das ist die Hälfte der Wirkung.

Die Anbindung. Warenwirtschaft, Kasse, Buchhaltung, Newsletter. Jede Schnittstelle ist ein eigenes kleines Projekt.

Die drei Abrechnungsmodelle

Festpreis. Du weißt vorher, was es kostet. Voraussetzung ist, dass vorher feststeht, was gebaut wird — deshalb geht dem Festpreis immer ein Konzept voraus. Wer ohne Konzept einen Festpreis nennt, hat entweder einen Puffer eingerechnet, den du mitbezahlst, oder wird später nachfordern.

Stundensatz. Ehrlich bei Arbeiten, deren Umfang niemand vorher kennt — Fehlersuche, Umbauten an fremdem Code, laufende Pflege. Bei einem Neuprojekt schiebt er das gesamte Risiko zu dir.

Monatsrate. Klingt günstig und ist es selten. Rechne die Laufzeit einmal durch: 99 Euro im Monat über 48 Monate sind 4.752 Euro — und am Ende gehört dir in vielen dieser Modelle nichts. Wenn eine Monatsrate im Raum steht, sind zwei Fragen entscheidend: Wie lang ist die Mindestlaufzeit, und was passiert mit der Seite, wenn du kündigst?

Woran du ein Angebot erkennst, das später teuer wird

Ein sehr günstiger Preis ist kein Betrug. Er bedeutet meistens, dass etwas nicht enthalten ist. Frag nach:

  • Wem gehört die Domain? Steht der Anbieter als Inhaber drin, hast du ein Problem, sobald du wechseln willst. Mehr dazu in Wem gehört deine Webseite eigentlich?
  • Was kostet der Betrieb pro Jahr? Hosting, Domain, Lizenzen, Wartung. Diese Summe läuft, solange die Seite steht.
  • Was kostet eine Änderung? Ein Preis pro Stunde oder pro Änderung gehört ins Angebot, nicht in die erste Rechnung danach.
  • Gibt es eine Mindestlaufzeit? Besonders bei Baukästen und Paketen mit monatlicher Rate.
  • Wer schreibt die Texte? Wenn niemand es sagt, bist es am Ende du, und zwar unter Zeitdruck.
  • Bekomme ich die Zugänge? Domain-Verwaltung, Hosting, Redaktionssystem, Analytics. Alle vier, nicht drei davon.

Die Posten, die im Angebot fehlen

Nicht aus Böswilligkeit — sie fallen einfach niemandem ein, bevor sie anfallen:

Texte. Der mit Abstand häufigste Grund, warum Projekte liegen bleiben. Nicht das Design, nicht die Technik: die Texte. Wer sie selbst schreiben will, sollte ehrlich einplanen, wie viele Abende das sind.

Fotos. Bilddatenbanken sehen nach Bilddatenbank aus, und jeder Besucher merkt das. Ein halber Tag mit einer Fotografin im Betrieb verändert eine Seite mehr als jedes Designdetail.

Die Übernahme der alten Inhalte. Zweihundert Produkte oder achtzig Blogbeiträge umzuziehen ist Arbeit, egal wer sie macht.

Weiterleitungen. Wenn die alte Seite andere Adressen hatte, müssen sie auf die neuen zeigen. Sonst verlierst du die Sichtbarkeit, die du dir erarbeitet hast — wie das geht, steht hier.

Einweisung. Eine Stunde, in der dir jemand zeigt, wie du Inhalte änderst. Ohne sie ruft man beim Anbieter an, und das kostet pro Anruf.

Die Rechnung, die selten jemand aufmacht

Eine Seite für 800 Euro, die keine Anfrage bringt, ist teurer als eine für 6.000 Euro, die zwei Aufträge im Monat bringt. Das klingt nach Verkäufersatz, ist aber schlicht Mathematik: Der Preis ist eine einmalige Zahl, die Wirkung läuft weiter.

Umgekehrt gilt genauso: Wer eine Visitenkarte im Netz braucht, weil Kunden über Empfehlung kommen und nur die Adresse suchen, braucht kein Projekt für fünfstellige Beträge. Wir sagen das im Erstgespräch auch, wenn es gegen uns spricht.

Rechne über fünf Jahre, nicht über den Kaufpreis

Eine Webseite hält fünf bis acht Jahre, bevor sie technisch oder optisch fällig wird. Stell die Zahlen also über diesen Zeitraum gegenüber: einmalige Erstellung plus Betrieb pro Jahr plus die Änderungen, die erfahrungsgemäß anfallen.

Dabei dreht sich das Bild bei Baukasten-Angeboten regelmäßig um. Der Einstieg ist niedrig, die Rate läuft, und beim Wechsel beginnt man von vorn — die Inhalte lassen sich meist nicht mitnehmen. Was für welchen Fall passt, steht in Baukasten oder eigene Seite.

Wofür du nicht zahlen solltest

Für „SEO-Optimierung" als getrennten Posten bei einer neuen Seite. Eine sauber gebaute Seite ist technisch in Ordnung: richtige Überschriften, Ladezeit, Struktur, Adressen. Das ist Handwerk und kein Zusatzprodukt. Inhaltliche Arbeit an Texten und Themen ist etwas anderes — die kostet zu Recht.

Für Besucherzahlen oder Platzierungen, die jemand zusichert. Niemand kann eine Position bei Google versprechen. Wer es tut, sagt entweder die Unwahrheit oder meint eine Suchanfrage, nach der niemand sucht.

Für ein Redaktionssystem, das du nie öffnest. Wenn absehbar ist, dass Inhalte einmal im Jahr geändert werden, ist die Pflegeoberfläche Aufwand ohne Nutzen.

Wie wir es halten

Nach dem Erstgespräch bekommst du ein Angebot mit Festpreis und einer Liste, was drin ist. Was drinsteht, gilt. Kommt später etwas dazu, gibt es ein ergänzendes Angebot, bevor jemand anfängt zu arbeiten.

Preise stehen deshalb nicht auf dieser Webseite: Eine Zahl ohne den Umfang dahinter ist entweder zu hoch oder zu niedrig, und in beiden Fällen falsch.

Die Frage nach Fördermitteln kommt an dieser Stelle fast immer. Die ehrliche Antwort für Niedersachsen steht in Der Digitalbonus ist weg.

Christopher Sakel

Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung (IHK). Betreibt Sakel-IT in Uslar und schreibt hier über das, was in der Arbeit immer wieder vorkommt.

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