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Exchange 2016 und 2019: im Oktober ist Schluss

Der Support endete im Oktober 2025, die verlängerten Sicherheitsupdates enden im Oktober 2026. Wer noch einen eigenen Exchange hat, sollte jetzt handeln.

4 Min. Lesezeit Christopher Sakel

Inhalt
  1. Die Daten
  2. Warum das schlimmer ist als bei Windows 10
  3. Die Wege, die bleiben
  4. Was länger dauert, als alle denken
  5. Die Reihenfolge, die funktioniert

Kleine Betriebe mit eigenem Exchange-Server sind selten geworden. Aber es gibt sie — und in den meisten Fällen weiß niemand mehr genau, dass es einer ist. Es ist „der Server im Keller", auf dem die Mails liegen, und der läuft ja.

Im Oktober hört er auf, reparierbar zu sein.

Die Daten

Am 14. Oktober 2025 endete der Support für Exchange Server 2016 und 2019: keine Sicherheitsupdates, keine Fehlerkorrekturen, keine Unterstützung durch Microsoft. Am selben Tag traf es Office 2016 und 2019, Outlook 2016 und 2019 und Skype for Business.

Es gibt eine kostenpflichtige Verlängerung der Sicherheitsupdates, die noch bis Oktober 2026 trägt. Sie ist an Volumenlizenzverträge gebunden, wie sie kleine Betriebe nicht haben — und selbst wer sie hat, steht in zwei Monaten am selben Punkt.

Danach bleibt jede neu gefundene Lücke offen. Dauerhaft.

Warum das schlimmer ist als bei Windows 10

Ein veralteter Arbeitsplatzrechner steht hinter einem Router. Ein Exchange-Server steht per Konstruktion offen im Internet — sonst käme das Handy nicht an die Mails und Outlook nicht von unterwegs an den Kalender.

Genau danach wird gesucht. Die großen Exchange-Vorfälle der letzten Jahre liefen alle nach demselben Muster ab: Eine Lücke wird bekannt, und innerhalb weniger Tage scannt jemand das halbe Internet nach Servern, die sie noch haben. Nicht gezielt gegen dich — automatisch, gegen alle. Wie das weitergeht, steht im Beitrag über Ransomware im Kleinbetrieb.

Beim Ende von Windows 10 ging es um Geräte, die man nach und nach tauscht. Hier geht es um eine Tür, die offen stehen bleibt.

Die Wege, die bleiben

Microsoft 365 mit Exchange Online. Für die allermeisten kleinen Betriebe der richtige Weg. Kein Server mehr, keine Updates, keine Zertifikate, dafür eine monatliche Rechnung pro Postfach.

Exchange Server SE. Die Abo-Variante zum Selberbetreiben. Sinnvoll, wenn Mails aus guten Gründen im Haus bleiben müssen. Der Aufwand für Pflege, Sicherung und Absicherung bleibt dabei komplett bei dir.

Ein gehostetes Postfach, das nicht Microsoft heißt. Wenn ihr Exchange nur benutzt, um Mail, Kalender und Kontakte zu synchronisieren — und nicht wegen öffentlicher Ordner oder tief verdrahteter Anbindungen —, ist das oft der schlankere und günstigere Weg. Wie so ein Umzug abläuft, steht unter Postfach umziehen.

Was länger dauert, als alle denken

Die Migration selbst ist selten das Problem. Das Problem sind die Dinge, die still am Exchange hängen:

  • Der Multifunktionsdrucker, der Scans per Mail verschickt
  • Die Warenwirtschaft, die Rechnungen und Lieferscheine rausschickt
  • Der Kalender, auf den drei Leute freigegebenen Zugriff haben
  • Öffentliche Ordner, die seit 2014 gewachsen sind
  • Geräte mit fest eingetragenem Servernamen, die niemand mehr kennt
  • Verteilerlisten, die im Adressbuch stehen und nirgends dokumentiert

Jedes einzelne davon fällt erst auf, wenn es nicht mehr geht. Rechne mit dem Zwei- bis Vierfachen der Zeit, die im ersten Plan steht — das ist meine Erfahrung, und ich kenne niemanden, der schneller war.

Die Reihenfolge, die funktioniert

  1. Aufschreiben, was der Server heute alles tut. Nicht schätzen — nachsehen, wer sich verbindet.
  2. Postfächer und Größen erfassen. Das entscheidet über Dauer und Kosten.
  3. Alles finden, was per SMTP über den Server schickt.
  4. In Wellen umziehen, mit ein paar Testpostfächern beginnen.
  5. Autodiscover und DNS sauber umstellen, sonst suchen die Clients weiter den alten Weg.
  6. Die alte Maschine vom Netz nehmen. Nicht „erstmal noch stehen lassen" — das ist genau der Zustand, den dieser Beitrag beschreibt.

Der Server, der im November noch läuft, läuft nicht schlechter als heute. Er ist nur nicht mehr zu retten, wenn etwas passiert. Und für den Zeitpunkt, an dem das auffällt, ist kein Kalendereintrag vorgesehen.

Christopher Sakel

Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung (IHK). Betreibt Sakel-IT in Uslar und schreibt hier über das, was in der Arbeit immer wieder vorkommt.

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